Wir können unser Herz-Kreislaufsystem durch körperliche Aktivität und geeignete Sportarten aktiv unterstützen und Herzkrankheiten entgegenwirken.

Sport zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Körperliche Aktivität und entsprechende Sportarten zählen zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen. Wenn das Herz häufiger pumpt, gelangt mehr Blut in den Körper und die Sauerstoffversorgung wird in der Folge erhöht. Auf Dauer passt sich das Herz-Kreislauf-System an die regelmäßige Belastung an und der Herzmuskel wird gestärkt. Studien zeigen, dass Menschen, die sich regelmäßig sportlich betätigen, seltener an Herz-Kreislauf-Beschwerden erkranken.

Körperliche Aktivität bringt gleich mehrere Vorzüge mit sich. Durch eine erhöhte sportliche Belastung schüttet unser Gehirn vermehrt „Glückshormone“ wie Dopamin und Serotonin aus, welche wiederum einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Gerade bei Menschen, die in ihrem Arbeitsalltag unter Dauerstress stehen, kann Sport ein rettendes Ventil zur körperlichen und psychischen Belastung darstellen. Darüber hinaus können wir mit Sport der Entstehung von Übergewicht entgegenwirken und unseren Blutdruck senken.

Die Intensität ist entscheidend

Die richtige Belastungssteuerung ist der Schlüssel im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankung. Trotz all der Vorteile, die körperliche Aktivität mit sich bringt, sollten man nicht vergessen, dass Sport nicht gegen mögliche Herzerkrankungen immunisiert und eine Überbelastung mit negativen Resultaten einhergehen kann. So erklären Experten der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Leipzig: „Werden aber bestimmte Belastungsintensitäten erreicht, tritt unter Umständen eine andere Seite der Medaille zutage – sowohl bei Elite-Athleten als auch bei ambitionierten Freizeitsportlern wird von Todesfällen während sportlicher Aktivität berichtet [1]Universitätsklinikum Leipzig. www.uniklinikum-leipzig.de. [Online] [Zitat vom: 20. Oktober 2021.] https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/kardiologie/Seiten/Sportkardiologie.aspx.“

Dieses Motto gilt besonders für Menschen, die bereits unter einer Herz-Kreislauferkrankung leiden. Generell sollten Betroffene in diesen Fällen zunächst ein abklärendes Gespräch mit dem Arzt führen und abwägen, welche Sportart sich für die individuellen Probleme am besten eignet.

Diese Sportarten eignen sich für das Herz-Kreislauf-System

Bitte bedenken Sie, dass Sie als Nichtsportler oder Vorerkrankter in jedem Fall Ihren Arzt konsultieren sollten, bevor Sie sich für eine Sportart entscheiden. Dieser kann durch spezielle Belastungstests eine individuelle Beratung geben und die Vor- und Nachteile der einzelnen Sportarten darlegen. Die nachfolgende Zusammenstellung bezieht sich vor allem Sportarten, die das Herz stärken, um Herzerkrankungen zu vermeiden. Dabei steht die regelmäßige, sportliche Betätigung im Vordergrund.

Nordic Walking: Nordic Walking ist in den vergangenen Jahren zu einer echten Trendsportart avanciert. Durch den Stockeinsatz trainieren Sie beim Nordic Walking nicht nur ihre Beine, sondern ebenso ihre Oberkörpermuskulatur. Wer sich mehrmals in der Woche an der frischen Luft bewegt, kann Sauerstoff tanken und spannende Routen entdecken. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie für den Einstieg nur wenig Equipment benötigen. Auch Herzkranke können Nordic Walking für sich nutzen, um die körperliche Belastungsgrenze zu steigern, jedoch sollten sie vorher in jedem Fall ein abklärendes Gespräch mit dem Arzt führen.

Herz-Kreislauf-Gymnastik: Die Herz-Kreislauf-Gymnastik fokussiert sich auf die Verbesserung von Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Hierbei werden verschiedene Bereiche mit gelenkschonenden Übungen gestärkt. Die Sportart eignet sich hervorragend für Sportmuffel, die eine bestimmte Gruppendynamik benötigen, um in die Gänge zu kommen.

Radfahren: Radfahren ist eine geeignete Sportart, um die Pumpfunktion des Herzens gezielt zu verbessern. Wer regelmäßig in die Pedale tritt, stärkt seine Beinmuskulatur und schont dabei die Gelenke, da der Sattel Gewicht abfängt. Auch für Menschen mit Herzerkrankungen kann Radfahren sinnvoll sein. Viele Herzsportgruppen setzen auf EKG-überwachtes Fahrrad-Ergometer-Training.

Schwimmen: Schwimmen trainiert den Herzmuskel und bringt den Kreislauf in Schwung. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Schwimmen eine überaus gelenkschonende Sportart darstellt.

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Quellen & Verweise

Quellen & Verweise
1 Universitätsklinikum Leipzig. www.uniklinikum-leipzig.de. [Online] [Zitat vom: 20. Oktober 2021.] https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/kardiologie/Seiten/Sportkardiologie.aspx