Gerstengras – Ein würdiges Superfood?

Gerstengras ist der neue Renner in jedem Bio-Markt. Unzählige Menschen vermuten eine wohltuende Wirkung hinter den pulverisierten Gräsern. Sind die Halme sogar vitaminhaltiger als frische Obstsorten? Und wie kann man Gerstengrad in der Küche verwenden? Wir werfen einen Blick auf das Sensationsgras.

Steckbrief Gerstengras

  • Lat. Name: Hordum vulgare
  • Gerstenpflanzen erreichen eine Höhe von bis zu 1,20 m
  • Ursprung: Vorderasien
  • 304 kcal pro 100 g[1]BMI-Rechner.net. www.bmi-rechner.net. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://www.bmi-rechner.net/kalorien-naehrwerte/kalorien-gerstengras-pulver.htm.

Die Geschichte

Die Ursprünge der Gerstengräser liegen vermutlich in Vorderasien, botanisch gehört das „Kraftpaket“ zu der Familie der Süssgräser. Spätere Erzählungen berichten von einer Verwendung im alten Ägypten. In der jüngeren Geschichte wurde das Gras hauptsächlich bei der Tiermast eingesetzt. Für den „Boom“, den das Gras in den vergangenen Jahrzehnten feiern konnte, ist vor allem eine Person verantwortlich: Dr. Yoshihide Hagiwara!

Der rasante Aufstieg zum Superfood

Das Fundament für den Aufstieg zum Superfood beruht auf einer Studie des japanischen Wissenschaftlers Dr. Yoshihide Hagiwara. In den 60er-Jahren untersuchte Hagiwara über 200 Blattgemüse und kam zu dem Ergebnis, „dass Gerstengras mehr Mineralstoffe, Spurenelemente, Chlorophyll, Bioflavonoide und Enzyme enthält, als alle anderen analysierten Grünpflanzen“ [2]smarter-trinken.de. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://smarter-trinken.de/gerstengras-ein-geschenk-des-himmels/.. Demnach strotzen die Gerstengrashalme nur so vor wichtigen Vitalstoffen, ein Hype war kreiert.

Heutzutage füllt das Gerstengraspulver, das dezent an den Geschmack von Spinat erinnert, die Regale in diversen Bio-Supermärkten. Immer wieder wird dabei die entschlackende, entzündungshemmende Wirkung hervorgehoben. Allerdings berichten andere Quellen von einer ungenügenden Studienlage. So bemerkt das Zentrum der Gesundheit Folgendes: „Man weiss nicht genau, warum der Gerstengrassaft – wenn man ihn regelmässig zu sich nimmt – eine so positive Wirkung auf den menschlichen Organismus zeigt[3]Zentrum der Gesundheit. www.zentrum-der-gesundheit.de. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/gerstengrassaft.html..“

Was kann der Powerdrink wirklich?

Dr. Yoshihide Hagiwara kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, das Gerstengras um ein Vielfaches mehr Calcium als Kuhmilch, und 7 mal so viel Vitamin C wie Orangen beinhaltet. Demnach verfügt das Gras über wertvolle Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken. In einer Studie aus dem Jahr 2018 haben Wissenschaftler die funktionellen Inhaltsstoffe von Gersten auf der Grundlage von anerkannten Datenbanken wie PubMed und Web of Science durchgeführt[4]Zeng, Yawen, et al. Preventive and Therapeutic Role of Functional Ingredients of Barley Grass for Chronic Diseases in Human Beings. 2018.. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Gerstengras

  • fördert einen besseren Schlaf
  • reguliert den Blutdruck
  • wirkt gegen Akne
  • schützt die Leber
  • wirkt entzündungshemmend
  • verbessert die Funktion des Magens
  • wirkt antidepressiv
  • schützt das Herz-Kreislauf-System
  • u. v. m.

Kein Wunder also, dass das Gerstengras auf einer derartigen Erfolgswelle reitet. Durch die regelmässige Einnahme soll der Körper dauerhaft von der hohen Nährstoffaufnahme profitieren. Dabei überzeugen insbesondere die Vitamindichte und die wichtigen Mineralstoffe. Kaum ein anderer „Beautydrink“ konnte in den vergangenen Jahrzehnten eine vergleichbare Performance hinlegen. Gerstengras ist aus der „Superfood“-Branche nicht mehr wegzudenken.

Zudem werden dem Inhaltsstoff SOD wertvolle Eigenschaften auf dem Anti-Aging-Sektor zugeschrieben. So soll das Enzym u. a. den Altersprozess verlangsamen. In unserer Recherche konnten wir hierfür jedoch keine verifizierbare Studie finden.

Einfache Anwendung

Um einen Saft aus dem einzigartigen Süssgras herzustellen, benötigt man nicht viel. Hierfür können Sie einfach eine Portion Gerstengras mit kaltem Wasser abwaschen und dieses danach in den Entsafter packen. Wem das zu umständlich ist, der kann auf Gerstengraspulver zurückgreifen und dieses mit Wasser vermischen.

Kleiner Tipp: Gerstengras lässt sich optimal in verschiedenen Smoothiesorten einbinden. Dabei können wir in erster Linie die grünen Power Gemüsesmoothies empfehlen. In der Interaktion mit Avocado und Spinat kommt das gesunde Gras perfekt zur Geltung.

Gerstengras in der Küche

Der sanfte Geschmack von Gerstengras verfeinert bestimmte Pasta-Gerichte aufgrund der Färbung und der feinen Geschmacksnuancen. Zudem kann Gerstengraspulver in Joghurt oder Quark eingerührt werden.

Fazit

Gerstengras steht als bekanntes „Superfood“ auf dem Ernährungsplan von unzähligen Menschen. Dabei gibt es das Süssgras schon seit Tausenden von Jahren, die jungen Triebe der Gersten wachsen auch in der Schweiz auf unzähligen Äckern. In Angesicht dieser Tatsache darf man bei den Preisen schon mal staunen. Fest steht, dass Dr. Yoshihide Hagiwara einen Stein ins Rollen gebracht hat, der bis heute grösser und grösser wird.

Quellen & Verweise

Quellen & Verweise
1 BMI-Rechner.net. www.bmi-rechner.net. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://www.bmi-rechner.net/kalorien-naehrwerte/kalorien-gerstengras-pulver.htm.
2 smarter-trinken.de. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://smarter-trinken.de/gerstengras-ein-geschenk-des-himmels/.
3 Zentrum der Gesundheit. www.zentrum-der-gesundheit.de. [Online] [Zitat vom: 18. Juli 2020.] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/gerstengrassaft.html.
4 Zeng, Yawen, et al. Preventive and Therapeutic Role of Functional Ingredients of Barley Grass for Chronic Diseases in Human Beings. 2018.