Millionen Männer leiden unter Prostatabeschwerden, die sich durch verschieden Symptome äußern. Allein in Deutschland stellt Prostatakrebs mit 22,7 % die häufigste Krebserkrankung bei Männern dar (Stand: 2017) [1]Prof. Dr. med. Jens Bedke; Prof. Dr. Christian Gratzke; Prof. Dr. Kurt Müller. ONKO INTERNETPORTAL. krebsgesellschaft.de. [Online] [Zitat vom: 3. Oktober 2021.] … Continue reading. Jährlich versterben hierzulande in etwa 12.000 -14.000 Männer an einem Prostatakarzinom [2]Internisten im Netz. [Online] 6. Dezember 2019. [Zitat vom: 3. Oktober 2021.] https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/zahlen-und-fakten-zu-prostatakrebs.html. Die besorgniserregenden Zahlen implizieren, wie wichtig regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und der Gang zum Spezialisten in Wirklichkeit sind.

Die Prostata – Anatomie und Funktionen

Die Prostata befindet sich direkt unter der Blase. Als Teil der männlichen Geschlechtsorgane ummantelt sie einen Teil der Harnröhre und erreicht im Normalfall eine Größe von ca. 4 cm und ein Gewicht von etwa 20 Gramm. In der auch als Vorsteherdrüse bekannten Prostata wird ein Teil der Samenflüssigkeit produziert, welcher essentiell für den Transport von Spermien ist. Das Sekret neutralisiert das saure Milieu der Scheide und stellt eine elementare Voraussetzung für die Fortpflanzung dar. Die Funktion der kastaniengroßen Prostata wird durch das Hormon Testosteron gesteuert.

Wenn die Prostata Probleme bereitet

Viele Männer beschäftigen sich erst dann intensiver mit der Prostata, wenn diese Probleme bereitet. In der Folge beginnt für Betroffene oft ein langer Leidensweg, der oftmals von mentalen Begleiterscheinungen und einem gestörten Sexualleben geprägt wird. In vielen Fällen stellt eine Prostataerkrankung den Beginn einer ungewollten Kettenreaktion dar. Wer beispielsweise mit ständigem Harndrang zu kämpfen hat und nachts mehrmals zur Toilette muss, schlägt sich nicht selten mit hartnäckigen Schlafstörungen herum. Schlafmangel und Erschöpfung zerren in der Folge an den physischen Kraftreserven und am psychischen Nervenkostüm, jedoch zeigt die Erfahrung, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mögliche Erkrankungen schon frühzeitig identifizieren können.

Vorsorge kann Leben retten

Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und ein permanentes Restharn-Gefühl wirken sich nicht nur negativ auf die Lebensqualität aus, sondern psychische Symptome quälen die Betroffenen oft zusätzlich und viele Beziehungen und Ehen leider darunter, da nur wenige Männer das sensible Thema thematisieren möchten. Allein aus diesen Gründen machen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Sinn.

Da die Prostata sehr gut vom Rektum aus zu erreichen ist, gilt die digitale rektale Untersuchung als eine zuverlässige Methode, um eventuelle Verhärtungen oder eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse zu identifizieren. In Kombination mit dem PSA-Wert kann der Arzt so ein Bild über die Gesundheit der Prostata erlangen. 

Ab wann sollte ich zur Prostatavorsorge?

In Deutschland können krankenversicherte Männer ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata durch den Enddarm durchführen lassen. Bei Patienten mit bestimmten Beschwerden, Vorerkrankungen oder Prostatakrebs in der Familie werden PSA-Tests oft schon früher von der Krankenkasse bezahlt. Ein zusätzlicher PSA-Test muss dagegen selbst bezahlt werden, da dieser nicht zur gesetzlichen Früherkennung zählt. Weil Tastuntersuchungen (Palpation) nur bedingt zuverlässig sind, senkt eine Kombination mit einem PSA-Test das Risiko, mögliche Tumore zu übersehen. 

PSA-Tests: Vor- und Nachteile

Da Tumore oft keine Schmerzen verursachen, können PSA-Tests die Sterblichkeit an Prostatakrebs signifikant senken. Allerdings sollten Patienten auch hierbei bedenken, dass der PSA-Wert zur Früherkennung Vor- und Nachteile mit sich bringt. So erhalten bis zu 60 von 1000 Männern falsche Prostatakrebs-Prognosen [3]Gesundheitsinformationen.de. [Online] [Zitat vom: 4. Oktober 2021.] https://www.gesundheitsinformation.de/der-psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html.

Frühe Diagnose für bessere Heilungsaussichten

Viele Betroffene nehmen im Zuge einer Prostatakrebserkrankung oft keine eindeutigen Symptome wahr, weshalb die Krankheit oft zu spät entdeckt wird. Aus diesem Grund raten Fachleute schon bei kleineren Auffälligkeiten zum Arztbesuch. Eine führe Diagnose erhöht die Heilungschancen deutlich. So führt die Deutsche Krebsgesellschaft an: „Im Frühstadium, wenn das Karzinom sich innerhalb der Prostata befindet, ist der Krebs heilbar. Über 90 % aller Erkrankten sind nach 5 Jahren noch am Leben“ [4]Prof. Dr. med. Jens Bedke; Prof. Dr. Christian Gratzke; Prof. Dr. Kurt Miller. krebsgesellschaft.de. ONKO INTERNETPORTAL. [Online] [Zitat vom: 4. Oktober 2021.] … Continue reading.

Die richtige Ernährung als Schlüssel zu einer gesunden Prostata

Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchen gelten die Vermeidung von Giftstoffen, körperliche Aktivität und ein gesunder Lebensstil als wichtigste Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Prostataerkrankungen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen 8 Tipps, mit den Sie die Gesundheit ihrer Prostata aktiv unterstützen können.

  1. Giftstoffe vermeiden: Rauchen und der Konsum von Alkohol erhöhen das generelle Krebsrisiko.
  2. Körperliche Aktivität im Kampf gegen überschüssige Pfunde: Ein erhöhtes Körpergewicht stellt einen Risikofaktor für zahlreiche Krebserkrankungen dar und diese Annahme gilt offensichtlich auch für Prostatakrebs. So legen gleich mehrere Studien nahe, dass Übergewicht die Prognose bei Prostatakarzinomen verschlechtert.
  3. Granatapfel als Superfood für die Prostata: Der Granatapfel ist ein echte Allroundtalent. Die leckere „Frucht der Götter“ verfügt über eine starke antioxidative Wirkung, die sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem, den Magen-Darm-Trakt und die Prostata ausübt. Die rubinrote Frucht strotzt nur so vor Kalium, Vitamin C und E, Zink und Eisen Diese entzündungshemmenden Eigenschaften verdankt der Granatapfel hingegen den sogenannten Polyphenolen. Diese docken an den Innenwänden der Prostata an und wirken dort antioxidativ. In der Folge kann eine entzündete Prostata abschwellen und die normale Größe erreichen.
  4. Sägepalme: Die Serenoa Repens unterstützt die Prostata bei der Aufrechterhaltung der normalen Urinfunktion
  5. Vitamin E: Vitamin E verfügt über antioxidative Eigenschaften
  6. Kurkuma: Kurkuma hat einen schützenden Einfluss auf Nervenzellen. Immer wieder werden dem in Kurkuma enthaltenen Curcumin außergewöhnliche Eigenschaften attestiert. So deutet Studien darauf hin, dass Curcumin bei depressiven Störungen hilft[5]Adrian L Lopresti, Michael Maes, Garth L Maker, Sean D Hood , Peter D Drummond. Curcumin for the treatment of major depression: a randomised, double-blind, placebo controlled study. 2014.
  7. Zink: Das Spurenelement schützt die Zellen vor oxidativen Schäden
  8. Beckenboden trainieren: Männer können ihre Prostata aktiv durch Beckenboden-Übungen unterstützen.

Lesen Sie dazu auch: Prostata-Beschwerden belasten den gesamten Körper

Quellen & Verweise

Quellen & Verweise
1 Prof. Dr. med. Jens Bedke; Prof. Dr. Christian Gratzke; Prof. Dr. Kurt Müller. ONKO INTERNETPORTAL. krebsgesellschaft.de. [Online] [Zitat vom: 3. Oktober 2021.] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/definition-und-haeufigkeit.html
2 Internisten im Netz. [Online] 6. Dezember 2019. [Zitat vom: 3. Oktober 2021.] https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/zahlen-und-fakten-zu-prostatakrebs.html
3 Gesundheitsinformationen.de. [Online] [Zitat vom: 4. Oktober 2021.] https://www.gesundheitsinformation.de/der-psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html
4 Prof. Dr. med. Jens Bedke; Prof. Dr. Christian Gratzke; Prof. Dr. Kurt Miller. krebsgesellschaft.de. ONKO INTERNETPORTAL. [Online] [Zitat vom: 4. Oktober 2021.] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie/erkrankungsverlauf.html
5 Adrian L Lopresti, Michael Maes, Garth L Maker, Sean D Hood , Peter D Drummond. Curcumin for the treatment of major depression: a randomised, double-blind, placebo controlled study. 2014