Hanf ist, metaphorisch gesehen, in aller Munde. Cannabinoide erobern den Lebensmittel- und Kosmetikmarkt im Eiltempo und unzählige Stars werben für CBD-Produkte. Doch wo liegen die Unterscheide zum psychisch wirkenden Tetrahydrocannabinol (kurz: THC)? Wir werfen einen Blick auf eines der heißesten Themen 2021!

Was Sie in diesem Artikel erfahren:

  • Hanf – Was ist das?
  • Sind THC-haltige Cannabinoide legal?
  • Der neue „Superstar“ CBD
  • CBD-Produkte im Überblick
  • Wo wird Hanf noch eingesetzt?

Hanf – Was ist das?

Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Erde und blickt auf eine beeindruckende Historie zurück. Schon vor ca. 12000 Jahren wurde Hanf im persischen Raum angebaut, um die Pflanzensamen zu essen. Darüber hinaus werden die Fasern der Pflanze bis heute zur Kleiderherstellung verwendet. Bis ins 19. Jahrhundert galt Hanf im europäischen Raum als eine der wertvollsten Pflanzen überhaupt.

Aus den Fasern der Stängel konnte man, neben Kleidung, ebenfalls Seile herstellen und aus den Samen Speiseöl gewinnen. Die weibliche Hanfpflanze wird seit langer Zeit für die Herstellung von Cannabis als Rauschmittel benutzt. Einige Cannabissorten verfügen über einen hohen THC-Gehalt, der das zentrale Nervensystem beeinflusst. Aus einer Statistik von statista.com[1]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/315194/umfrage/drogenkonsum-in-der-schweiz-nach-drogenart/ geht hervor, dass THC-haltiges Cannabis im Jahr 2018 den dritthäufigsten Drogenkonsum darstellen. Nur Alkohol und Tabak wurden häufiger konsumiert. In Europa haben in demselben Jahr ca. 31,3 Millionen[2]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37245/umfrage/anzahl-der-cannabisnutzer-weltweit-seit-2007/ Menschen Cannabis konsumiert.

Sind THC-haltige Cannabinoide legal?

Wegen der berauschenden Wirkung gilt THC-haltiges Cannabis in vielen Ländern als verboten. Das Bundesamt für Gesundheit[3]https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesundheit/cannabis.html äußert sich zu dem Thema wie folgt:

„Der Konsum von Cannabis mit einem Tetrahydrocannabinol (THC)-Gehalt von mindestens 1% ist in der Schweiz grundsätzlich verboten. Seit 2013 kann der Konsum von Cannabis durch erwachsene Personen mit einer Ordnungsbusse von 100 Fr. bestraft werden. Der Besitz von bis zu 10 Gramm Cannabis für den eigenen Konsum ist dagegen nicht strafbar. Für Minderjährige gilt das Jugendstrafrecht.“

Psychische, gesellschaftliche und nicht zuletzt körperliche Gefahren können in der Folge des Konsums entstehen. Oftmals wird Cannabis mit Tabak vermischt, wodurch das Risiko auf Lungen- und Herzkrankheiten steigt. Im Gegensatz dazu weisen Kritiker immer wieder auf die vergleichsweise hohen Gefahren von Alkohol, dessen Konsum in vielen Ländern toleriert oder gar beworben wird, hin.

Good to know:

  • In einigen US-Bundesstaaten (u. a. Alaska, Kalifornien und Maine) ist Cannabis legal
  • Als „Haschisch“ bezeichnet man das getrocknete Harz aus den Blüten der Hanfpflanze
  • Der Industriezweig rund um Cannabis ist auf dem Vormarsch, es gibt sogar „Cannabis-Aktien“

Der neue „Superstar“ CBD

Cannabidiol-Produkte (CBD) reiten auf einer unvergleichlichen Erfolgswelle. Im Gegensatz zu THC fällt CBD nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Auf der Seite des Bundesamts für Gesundheit[4]https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesundheit/cannabis.html nähert man sich dem Thema wie folgt: „Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent sind nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt und werden deshalb zunehmend kommerziell verwertet. Vor allem Produkte mit dem nicht-berauschenden Wirkstoff CBD gewinnen an Bedeutung.“ Immer wieder werden bei CBD-Produkten die folgenden Vorteile angeführt:

  • CBD macht körperlich nicht abhängig
  • Durch CBD entstehen keine gesundheitlichen Risiken
  • CBD gilt als sicher und viele Berichte legen eine Wirkung in diversen Bereichen nahe

In unzähligen Ländern erleben CBD-Produkte seit einigen Jahren einen echten Hype. Egal, ob CBD-Paste, Öle, Supplements oder Hanfblüten. Die Liste der Anwendungsfälle ist enorm und Millionen Konsumenten attestieren CBD eine entspannende und antioxidative Wirkung. Wir werfen einen schärferen Blick auf die einzelnen Produkte.

Welche CBD-Produkte gibt es?

Die Fülle der CBD-Produkte ist in den vergangenen Jahren exponentiell nach oben geschnellt. Im Eiltempo hat die Sparte sich in milliardenschweren Marktsegmenten etabliert. Hier ein Überblick zu den verschiedenen Formen:

CBD Blüten

Das „CBD-Gras“ grenzt sich zwar deutlich vom THC-haltigen Cannabis ab, fällt jedoch vielerorts (z.B. in Deutschland) trotzdem in einen Grauzonenbereich. Das Bundesamt für Gesundheit behandelt das Thema in dem aktuellen Merkblatt „Überblick und Vollzugshilfe“[5]https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/npp/cannabis/cannabidiol-cbd-merkblatt-vollzug-kantone.pdf.download.pdf/cannabidiol-merkblatt-vollzugshilfe-final-de.pdf wie folgt: „Hanf mit einem Gesamt-THC-Gehalt von unter 1,0 % gilt deshalb als nicht psychotrop wirksam und kann auch als Tabakersatzprodukt verkauft werden. CBD ist kein Betäubungsmittel gemäß Betäubungsmittelrecht.“ Auf dem Markt gibt es unzählige Sorten mit unterschiedlichen CBD-Gehalten. Die Hanfblüten werden in der Regel geraucht.

CBD Öl

CBD Öle werden aus den Blättern und Blüten der Hanfpflanze hergestellt. Neben Cannabidiol und kaltgepresstem Hanföl enthalten viele Öle Vitamin E und Terpentine. Häufig werden die Öle oral eingenommen. Viele Konsumenten nutzen das Öl, um dem Alltagsstress zu entkommen oder um Schlafstörungen zu bekämpfen. Andere möchten mit CBD ihre Nervosität in den Griff bekommen.

CBD Salben

CBD-Salben, Cremes und Lotionen dienen der lokalen, äußerlichen Behandlung. In der Folge nimmt der Körper die Inhaltsstoffe über die Haut auf. Die menschliche Haut verfügt über zahlreiche Cannabinoidrezeptoren[6]https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-47-2016/cannabidiol-in-dermatika, was CBD zu einem Hoffnungsträger in der Dermatologie macht.

Weitere CBD-Produkte

Die CBD-Palette vergrößert sich seit Jahren und ein Ende ist nicht in Sicht. Ob CBD Kaugummis, CBD Schokolade, CBD Gummibärchen oder CBD Liquids… Millionen von Menschen vertrauen auf die antioxidativen und schmerzlindernden Eigenschaften. In der Medizin wird Cannabis zum Beispiel in der Schmerztherapie oder bei Colitis Ulcerosa eingesetzt. Eine Studie[7]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/319717/ berichtet gar von einer möglichen Verbesserung der Atmung. In mehreren Ländern nutzen Mediziner Cannabis für die Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Vieles wird auf die antioxidative und beruhigende Wirkung von CBD zurückgeführt. Kaum eine andere Branche entwickelt sich aktuell so rasant.